Digitalisierung: Wie erkennt man den Wert seiner Daten?

Und wie aufwändig ist ein „Data Value Check“ für Unternehmen? Beim Smart Business Breakfast am 19. Juli erläuterte Robert Ginthör vom Know-Center die Möglichkeiten für steirische Unternehmen.

Der Experte für Digitalisierung und Data-driven-Business erzählte im Interview, wie das Know-Center Unternehmen bei der Entwickelung neuer Geschäftsmodelle und beim Einstieg in die Bereiche Big Data, Data Science und Künstliche Intelligenz unterstützt. Unternehmen können mithilfe der Experten datengetriebene Methoden rasch ausprobieren und damit auch die Potenziale ihrer Daten bzw. von Data-driven-Business besser einschätzen. Neben Beratung und Trainings bietet das Know-Center dazu den Data Value Check an.

Wie läuft ein sogenannter Data Value Check ab?

Robert Ginthör: „Der Data Value Check hat zum Ziel, möglichst vielversprechende datengetriebene Anwendungsfälle zu generieren und gleichzeitig den Aufwand dafür möglichst gering zu halten. Dabei werden anhand einer vom Know-Center erarbeiteten Methodik systematisch Use Cases generiert und durch eine schrittweise Bewertung reduziert. Und zwar nach rechtlichen und wirtschaftlichen Kriterien, aber auch nach technischen Aspekten wie zum Beispiel der Machbarkeit. Für die am besten gerankten Anwendungsfälle werden dann die dafür vorgesehenen Daten hinsichtlich ihrer tatsächlichen Eignung untersucht.“

Wie aufwändig ist das für Unternehmen?

„Prinzipiell gilt, dass der Aufwand weniger in der Analyse sondern vielmehr in der Aufbereitung und Qualitätsverbesserung der Daten liegt. Genau hier setzt der Data Value Check an: Es werden Use Cases erarbeitet, die den Nutzen maximieren sowie Aufwand, Kosten und Risiken einer größeren Investition minimieren. Der Aufwand für das Unternehmen beschränkt sich hierbei auf einen bis zwei eintägige Workshops. Bei diesen werden die Domänenexperten des Unternehmens in die Generierung und Bewertung der Use Cases involviert. Die Analyse der ausgewählten Daten macht dann das Know-Center.“

Was sind die konkreten Ergebnisse? Inwiefern sind diese für die Digitalisierung im Unternehmen relevant?

„Das Unternehmen erhält durch den Data Value Check rasch und mit sehr wenig Aufwand eine Liste von passenden, datengetriebenen Use Cases. Anwendungsfälle mit dem höchsten Nutzen stehen dabei an erster Stelle, Risiko und Aufwand werden natürlich mitbetrachtet. Der Data Value Check stellt somit eine solide Handlungsempfehlung für die Umsetzung von datengetriebenen Vorhaben bzw. die Etablierung eines data-driven Business in Unternehmen dar.“

Woran erkennt man die Qualität seiner Unternehmensdaten und das Nutzungspotenzial?

„Der Anwendungsfall bestimmt die notwendige Qualität der Daten. Daher macht es auch Sinn, einen Data Value Check zu machen. Mögliche Kriterien sind zum Beispiel die Zugänglichkeit von Daten, deren Vollständigkeit, die einheitliche Darstellung sowie die Aktualität.“

Für Projekte im Bereich Digitalisierung gibt es zahlreiche rechtliche Rahmenbedingungen. Welche sind relevant, wenn ich mit Kundendaten arbeite?

„Das lässt sich nicht so pauschal sagen. Grundsätzlich sind – wenn es um personenbezogene Daten geht – die Regeln der  DSGVO einzuhalten. Es können aber auch andere gesetzliche Bestimmungen, wie z. B. das Urheberrecht zum Tragen kommen. Wichtig ist, dass man die Kunden einbezieht. Dann kann man über interessante Wertversprechen, Vertrauensmaßnahmen und Transparenz natürlich mehr erreichen als mit dem reinen Einhalten von Gesetzen.“

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