Preis für Gerald Feichtinger, Deputy Head of Knowledge Discovery am Know-Center

In seiner Dissertation beschäftigte sich Gerald Feichtinger mit möglichen volkswirtschaftlichen Effekten, die durch eine Energiewende hervorgerufen werden könnten. Auf dem Energiekongress 2018 wurde ihm dafür Österreichs Energiepreis verliehen.

„Mein Forschungsziel war die Analyse der wesentlichen volkswirtschaftlichen Effekte, die durch eine Energiewende hervorgerufen werden könnten“, erklärt Gerald Feichtinger. „Eine solche Wende könnte sich zum Beispiel auf die Wirtschaftsleistung oder die Beschäftigung eines Landes auswirken.“ Wesentlich sei dabei die Kopplung zweier unterschiedlicher Modellansätze gewesen. Konkret wurde ein multiregionales Input-Output-Modell mit dem techno-ökonomischen Elektrizitätssektormodell „Atlantis“ gekoppelt. Feichtinger: „Das erste Modell umfasst 45 Länder – also die gesamte EU und einige wesentliche Global Player – und 35 Wirtschaftssektoren wie zum Beispiel den Energiesektor. Das zweite hat dann die Stromenergiewende im Elektrizitätssektor abgebildet.“ Die Abschätzung möglichst realistischer volkswirtschaftlicher Effekte im Elektrizitätssektor erfordere eben eine solche Kopplung unterschiedlicher Modellansätze, um möglichst realitätsnahe Effekte einer bestimmten  „Transformation“ – etwa eines Wechsels zu einer nachhaltigeren Stromproduktion durch Solarenergie oder Windenergie – abschätzen zu können.

In seiner Dissertation unter dem Titel A multi-regional input-output framework to evaluate European energy policies, die Feichtinger fächerübergreifend an der KF und TU Graz geschrieben hatte, kommt er zur Conclusio, dass die beschriebenen Effekte auf die Wirtschaftsleistung, Beschäftigung und Wertschöpfung gesamteuropäisch betrachtet relativ gering sind. Zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU gebe es dennoch Unterschiede. „Verlierer sind jene Länder“, sagt Feichtinger, „die Primärenergieträger wie Öl, Gas oder Kohle nach Europa exportieren. Dazu gehören zum Beispiel Norwegen, Russland und der Nahe Osten.“ Feichtinger weiter: „Als eindeutiger Gewinner der Energiewende sticht als Exporteur von Solar- und Gasprodukten China hervor.“

Die Dissertation von Gerald Feichtinger gibt’s hier in der Vollversion.

Foto-Credits: Energie Burgenland/Josef Siffert

 

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